Schulungen

Selbstverteidigung - Ein Versuch der Annäherung

Kinder Stark Machen
Starke Kinder sagen “nein” zu Drogen. Ein Seminar der Vereinsjugend des VfR Gerlachsheim und der Sportjugend zum Thema Suchtprophylaxe

Was ist Sucht? Wie entsteht Sucht? Wie kann Suchtvorbeugung generell und insbesondere im Sportverein aussehen? Das waren die zentralen Fragen beim Seminar “Kinder Stark Machen”, das die Vereinsjugend des VfR Gerlachsheim in Kooperation mit der Sportjugend im Main-Tauber-Kreis veranstaltete.

Zu Beginn der Veranstaltung bereiteten die Referentinnen Dagmar Laupp und Alexandra Kreutel die Teilnehmer, die aus dem gesamten Main-Tauber-Kreis angereist waren, in der Sporthalle in Gerlachsheim mit Spielen aus der Sportpraxis auf das Seminar vor.
Nach dem sportpraktischen Teil wurden dann in dem neuen Vereinsheim des VfR Gerlachsheim die Ursachen von süchtigem Verhalten erarbeitet. Ebenso wurden die eigenen, aktiven und passiven Erfahrungen mit Suchtmitteln und Sucht ergründet. Dann wurde erarbeitet, was Sucht ist, wie sie entsteht, wie sie sich äußert und was man dagegen tun kann.
Die Referentinnen, von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, legten dar, dass Kinder soziales Verhalten von den Erwachsenen lernen, indem sie ihre Vorbilder beobachten und nachahmen. Wenn Erwachsene in Konfliktsituationen beispielsweise ihre Zuflucht im Alkohol suchen, Medikamente nehmen oder sich auch nur zum Abschalten vor die “Glotze” setzen und vielleicht noch Süßigkeiten zu sich nehmen, lernen Kinder, dass man sich Schwierigkeiten nicht unbedingt stellen muss, sondern sich der Probleme einfach “per Knopfdruck” entledigen kann.
Neben den Eltern, welche die wichtigste Vorbildfunktion im Leben der Kinder übernehmen, sind es nachweislich die Betreuerinnen und Betreuer der Kinder- und Jugendsportgruppen, die zum Vorbild genommen werden.
Immer öfter kommt es beispielsweise vor, dass die Gruppenbetreuer als Ersatzpersonen für mangelnde Elternerfahrungen gesehen werden, weil die eigentlichen Eltern keine Zeit für ihre Kinder haben, weil beide arbeiten müssen, getrennt leben oder allein erziehend sind. Trainerinnen und Trainer, Betreuerinnen und Betreuer sollten deshalb über das soziale Umfeld jedes einzelnen jungen Sportlers Bescheid wissen, so eine Forderung, und Erlebnisfelder schaffen, welche die Kreativität der Heranwachsenden und ihre Stärken fördern.
Kinder und Jugendliche, die wissen, dass es Menschen gibt, auf die sie sich auch in schlechten Zeiten verlassen können, erwerben das Vertrauen, das sich allmählich zum Selbstvertrauen entwickelt. Selbstvertrauen ist der beste Schutz vor Abhängigkeit und Sucht.
Im Sport geht es oft um Sieg oder Niederlage und gerade hier können Betreuerinnen und Betreuer zeigen, wie man damit umgeht, insbesondere wie man auch aus Niederlagen gestärkt hervorgehen kann. Solche Erfahrungen prägen Kinder und Jugendliche und helfen ihnen auch im normalen Leben, mit den Höhen und vor allem den Tiefen fertig zu werden.
“Das Ziel all dieser erzieherischen Bemühungen des Elternhauses, des Kindergartens, der Schule und der Verantwortlichen in den Sportvereinen muss es sein, ausgeglichene, seelisch stabile und belastbare Kinder zu haben, die wissen, was sie wollen, die sich freuen können, die selbständig und selbstverantwortlich sind, gemeinschaftsfähig, tolerant und hilfsbereit, die auch Verantwortung tragen können und auch einmal nein sagen, gegen den Willen der anderen.” Die Referentinnen des Seminars KINDER STARK MACHEN haben diese Inhalte auf eindrucksvolle Weise vermittelt. Sie haben die Zusammenhänge zwischen den Suchtmitteln, dem gesellschaftlichen Umfeld und der Persönlichkeit klargemacht und vor allem verdeutlicht, dass es die Persönlichkeit jedes Einzelnen ist, die entscheidet, ob er/sie sich der Sucht hingibt oder nicht. Der Ansatzpunkt der Suchtprävention ist demnach die Persönlichkeit, die es aufzubauen und stark zu machen gilt, denn nur starke Kinder können “Nein” zu Drogen sagen.

Schulungen1

Schulungen2

Selbstverteidigung

Selbstverteidigung für Mädchen

Main-Tauber-Kreis Bei diesem von der Sportjugend zum zweiten Mal angebotenen Selbstverteidigungskurs kamen alle kräftig ins Schwitzen. Die Judoabteilung des TSV Tauberbischofsheim, unter der Leistung von Trainer Joachim Fels sowie einer Mitarbeiterin des hiesigen Caritasverbandes im Tauberkreis e.V. erklärten sich bereit, diese Ausbildungsreihe durchzuführen.
Der erste Teil dieses Kurses war dem Judo vorbehalten. Jochen Fels ging dabei auf die Entstehungsgeschichte des Judo ein und erläuterte die Grundwurftechniken, sowie die Halte-, Hebel- und Würgetechniken dieser Kampfsportart. Hier wurde besonders deutlich dargestellt, dass bei richtiger Technik, eine körperlich unterlegene Frau jedem Mann Paroli bieten kann. Im Anschluss ging er auf die geeigneten Stellen des menschlichen Körpers ein, an denen mit verhältnismäßig geringem Aufwand eine große schmerzhafte Wirkung erzielt werden kann. In diesem Zusammenhang spricht man vom den sogenannten “Vital- und Schockpunkten”. Nach diesen theoretischen Grundlagen und Demonstrationen durften die Mädchen selbst Hand anlegen. Viele der Mädchen stellten Jochen Fels die Frage, ob das Fallen denn nicht Schmerzen bereitet. So war man auch gleich beim ersten Punkt der Praxiseinheit angelangt, dem richtigen Fallen und Abrollen. Nach dem gekonnten Vorführen dieser Falltechniken durch einige jugendliche Könner der TSV Judoabteilung, versuchten dies auch alle Mädchen, vornehmlich mit Erfolg. Auch hier waren viele erstaunt, was eine richtige Technik bewirken kann. Im Anschluss daran wurden realistische Selbstverteidigungstechniken miteinander geübt, wie das Umklammern von hinten und von vorne, Befreiung aus einem Würgegriff und noch so vieles mehr. Natürlich reicht ein solcher Kurs nicht aus, um einen Angreifer echte Paroli zu bieten. Ein solches Kurzseminar kann nur Denkanstöße vermitteln, den Teilnehmerinnen Probleme und Grenzen in Gefahrensituationen bewusst machen und auf Lösungen hinweisen. Das Umsetzen dieser Informationen, das eigentliche Lernen, geschieht jedoch erst im kontinuierlichen Training.
Danach folgte eine theoretische Lehrgangseinheit. Elke Hach-Wilimzik von der Kontaktstelle der Caritas gegen sexuelle Gewalt vermittelte den Mädchen wertvolle Informationen und Tipps bezüglich des Verhaltens bei sexuellen Belästigungen und Übergriffen. Hier wurde besonders deutlich von ihr hervorgehoben, dass die meisten Vergewaltigungen von Personen aus dem direkten Bekanntenkreis der Opfer begangen werden. Nicht selten sind sogar Verwandte die Täter. Im Anschluss daran ging sie auf die Verhaltensweisen ein, die man beachten sollte, wenn man in eine solche Lage gerät. Auch machte sie unmissverständlich deutlich, dass der Schutz der Kinder bzw. Jugendlichen erste Priorität besitzt. Im Anschluss an ihre Ausführungen wurden in einer Diskussionsrunde die Fragen aller Beteiligten beantwortet.
Nach dem Mittagessen wurden nochmals verschiedene Abwehrtechniken einstudiert. Wobei hier nochmals besonders hingewiesen wurde, dass so lange Frau von einem Angreifer weglaufen kann, sollte sie es auch tun. Wenn jedoch keine andere Möglichkeit bleibt, muss die körperliche Gegenwehr mit vollem Einsatz von Kraft und Willen geschehen. Zum Abschluss dieser Veranstaltung wurde den Mädchen noch ein praxisnaher Film “Selbstverteidigungstechniken für Frauen” vorgeführt.
Nach anfänglich doch großem Respekt der Mädchen vor dem eigenen Selbstvertrauen, war nach dieser Ausbildungseinheit allen der Spaß anzumerken, den sie dabei hatten. Ebenso nahmen sie auch die Gewissheit mit nach Hause, dass Mädchen durchaus in der Lage sein könnten, sich gegenüber männlichen Gegnern zu behaupten.

Schulungen Verteidigung 1 Schulungen Verteidigung 2

Abenteuer- Erlebnispädagogik

Ein Versuch der Annäherung

Die Sportjugend Tauberbischofsheim veranstaltete in Kooperation mit der Fachschule für Sozialpädagogik Taubewrbischofsheim am 05.05.2004 in Tauberbischofsheim in der Pestalozzisporthalle einen Gruppenleiterleitergang mit dem Thema: „Erlebnispädagogik in der Sporthalle“. Die Schülerinnen des Berufskollegs für Praktikantinnen vertieften hier ihre theoretischen Kenntnisse aus dem Wahlfach „Erlebnispädagogik“. Der Hauptinhalt dieser Veranstaltung lag in der Vermittlung von „Kooperativen Abenteuerspielen“, einem Teilbereich der Abenteuer- und Erlebnispädagogik. Wesentliche Merkmale dieser Abenteuerspiele sind eine klar umrissene Aufgabenstellung, die für die ganze Gruppe gilt, die von dieser als eine subjektiv anspruchsvolle Herausforderung angesehen wird, aber dennoch spielerischen Charakter besitzt. In dieser Fortbildung wurden den Teilnehmerinnen Möglichkeiten aufgezeigt, wie man Elemente aus dem Abenteuer- und Erlebnissport in die Kinder- und Jugendarbeit integrieren kann. Die Teilnehmer setzten sich intensiv mit Theorie und Praxis der Abenteuer- und Erlebnispädagogik auseinander. Das eigene Erleben wurde durch fachliche Inputs, Reflektionen und dem Austausch untereinander unterstützt. In der Veranstaltung sollten die eigenen Handlungsmöglichkeiten erweitert und Voraussetzungen für die Umsetzung in die eigene Praxis gefunden werden. Ein wesentlicher Vorteil der „Kooperativen Abenteuerspiele“ liegt darin, dass sie leichter und kostengünstiger umzusetzen sind als andere Teilbereiche der Erlebnispädagogik, die sich nur mit speziellen Qualifikationen und hohem Materialaufwand durchführen lassen. Sie werden deshalb auch als „Abenteuer in Pillenform“ bezeichnet.